Es gibt allerlei Leser: befangene und unbefangene, geübte und ungeübte, ungelehrte und gelehrte. Dass aber im alten Griechenland die Stadt „polis“ hieß, ist allgemein bekannt. Und dass zu einem Staat auch die Sprache gehört, ist nicht zu bezweifeln!
 

Die ebenfalls altgriechische „poiesis“ wurde uns vor einigen Jahren von Peter Sloterdjik als Gestaltungskraft bekannt gemacht. Zu gestalten aber ist im Staat viel, und ob es da um Gesetze, um die Sauberkeit von Straßenrändern oder um das „Integritätssnetz“ geht, das wir brauchen, um etwa der Korruption standzuhalten, ist einerlei.
 

Mit dem Begriff der „Politischen Poesie“ soll nun unter anderem Roman Herzog gefragt werden, ob er unseren Staat tatsächlich als einen für eingeschlafene Füße empfindet. In diesem Sinne begrüße ich Sie hier aufs herzlichste!
 

Kurt Böhringer

Update am 1.2.2011